Sechs Wochen im Land der Mitte

Im Sommer 2018 hatten wir – der erste FFA Chinesisch Durchgang – die Möglichkeit für sechs Wochen
nach China zu reisen und dort Erfahrungen in Kultur, Land, Menschen und Sprache zu sammeln. Auf dieser Reise haben wir nicht nur die typischen Touristen Hotspots besichtigt, sondern auch die Gelegenheit gehabt in diesen sechs Wochen neue Erfahrungen sammeln zu können.

Wir – eine Gruppe von acht Personen – stiegen gegen späten Nachmittag in ein großes Flugzeug, welches in den darauffolgenden zwölf Stunden, uns nach Beijing (Peking) bringen sollte.
Gegen sieben Uhr morgens ist unser Flugzeug an einem der Pekinger Flughafen gelandet und wir wurden direkt mit einer herzlichen Stimmung und viel Energie von unserem Reisebegleiter Li Xin, welcher uns von der Universität Anhui (安徽大学) zur Seite gestellt wurde, und unserem weiblichen Tourguide. Bevor wir unsere Koffer in ein Hotel bringen konnten ging unsere Tour auch direkt los. Wir wurden zu einem typisch Chinesischen Frühstück entführt, wo wir das erst Mal Bao Zi ( 包子) gegessen haben. Dies sind gedämpfte Teigtaschen mit unterschiedlichen Füllungen. Kaum das wir uns gestärkt haben, fiel uns bereits der erste Unterschied zwischen Deutschland und China auf – auf der Straße über uns erstreckte sich ein Gewirr aus unterschiedlichen Kabeln. Wenn ein LKW unten drunter gefahren wäre, dann hätte er gefühlt die Kabel mitsamt des Mastes mitgenommen.

An diesem Tag und den nächsten Tagen stand sehr viel Programm auf unserer China To-Do-Liste. So hatten wir die Möglichkeit das Nationale Museum, viele Paläste, die Chinesische Mauer und die Verbotene Stadt und vieles mehr zu besuchen – und das alles innerhalb einer Woche. In der ganzen Zeit
wurden Fotos entweder mit uns oder mit uns im Hintergrund gemacht. Wir hatten uns anfangs sehr darüber gewundert, da in China und vor allem in Peking Ausländer keine Seltenheit sind. Aber man hat uns erklärt, dass viele Chinesen Peking selber zum ersten Mal besuchen und meist aus kleinen Dörfern kommen. Aus diesem Grund haben sie bisher Ausländer höchstens im Fernsehen gesehen. Daher nehmt es den Chinesen nicht übel, wenn sie ein Foto ohne eure Erlaubnis machen oder es nicht unbedingt bei dem einem Foto belassen. Unsere erste Woche in China haben wir gut genutzt, indem
wir viele Sehenswürdigkeiten gesehen haben und unsere Mägen mit leckerem Essen – wie z.B. dem traditionellen Gericht Peking Ente gefüllt haben.

Besuch im Nationalen Museum – Ausrufung der VR China

Nach der ersten Woche ging es dann richtig los mit unserer Summer School. Wir führen mit einem Schnellzug innerhalb von kürzester Zeit von Peking nach Hefei (合肥). Als wir in diesen Zug gestiegen sind, waren wir überrascht wie modern, sauber und geräumig dieser war – ein deutscher Zug könnte da nicht mithalten. Aus dem Zug konnte man die dahinziehende Landschaft betrachten. So konnten wir einige Gebiete sehen, wo große Hochhäuser aufgezogen wurden, aber auch noch komplett unberührte Natur zu sehen war. Vom Bahnhof zu unserer Unterkunft konnten wir bereits die ersten Eindrücke von unserem „neuen Zuhause“ für die nächsten Wochen erhalten. An dem Universitätseigenem Hotel wurden wir auf unsere Zimmer aufgeteilt. An diesem Tag gingen wir zum ersten Mal seit Tagen früh ins Bett. In den darauffolgenden Wochen haben wir einen kleinen Vorgeschmack davon erhalten, wie das Leben eines Studierenden an der Universität Anhui sich gestaltete. Morgens um acht hatten wir Unterricht entweder in chinesischem Strafrecht, dem Zivilrecht, aber auch Sprache und Kultur. Mittags ging es in eine der drei Mensen und nach einer kleinen Verschnaufpause ging das Besichtigen der Stadt Hefei und ihrer Umgebung weiter.

Unsere Kalligraphiestunde

Abends haben wir meist außerhalb des Universitätscampus gegessen. Wir haben die Kultur des Karaoke kennenlernen dürfen,
welche so gar keine Ähnlichkeit zu dem deutschen Karaoke hat. Aber keine Sorge ihr
müsst nicht ausschließlich chinesische Lieder
singen. In den meisten Karaoke Bars gibt es
eine beträchtliche Auswahl von Englischen Liedern. Unsere Lerneinheiten wurden teilweise durch kurze Reise z.B. in die Berge oder andere Städte unterbrochen. So hatten wir das Vergnügen den Yellow Mountain zu besteigen und eine chinesische Oper zu besuchen.

Yellow Mountain – 黄山

Unsere Zeit in Hefei ging schnell vorbei und da wir uns von China noch nicht verabschieden konnten, entschlossen wir uns noch eine halbe Woche länger zu bleiben und diese in Peking zu verbringen. In der letzten Woche haben wir zusätzlich zu den ganzen Sehenswürdigkeiten die Universität Peking besucht. Dieser Abstecher lohnt sich auf jeden Fall, da die Universität nicht nur eines der besten und bekanntesten in China ist, sondern auch, weil ein wunderschöner See direkt auf dem Campusgelände sich befindet. In diesem See könnt ihr die größten und kleinsten Kois finden.

Ich kann versichern, dass China und ihre Städte groß und teilweise laut sind und ihr werdet auf jeden Fall manchmal das Gefühl haben, dass die gesamte Weltbevölkerung sich dort aufhält wo ihr euch befindet, aber ich kann auch versichern, dass ihr auf viele schöne und auch imposante Sehenswürdigkeiten treffen, neue kulturelle
Erfahrungen sammeln und vor allem auf viele
freundliche und aufgeschlossene Menschen
treffen werdet. China ist auf jeden Fall eine
Reise wert.

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